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ANDREA OPAČAK: Ohne Sprachkenntnisse mit Ausdauer und klaren Zielen zugroßen Erfolgen

21. Sept.
5 Min. Lesezeit

Mein Name ist Andrea Opačak. Ich bin Inhaberin des Unternehmens Mavian FacilityPRO Germany UG mit Sitz in Rodgau, einer kleinen Stadt rund zwanzig Kilometer von Frankfurt am Main entfernt.


Mit diesem Text möchte ich mich Ihnen als eine ausdauernde Frau und Unternehmerin vorstellen, die vor allem eines war: alleinerziehende Mutter. Ich ließ meine Kinder bei meinen Eltern in Kroatien zurück und kam ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland. Dank meiner Ausdauer, meiner Fähigkeit, Lösungen zu finden, und klarer Ziele bin ich heute dort, wo ich stehe.


Im Jahr 2016 kam ich mit meinem damals noch minderjährigen Sohn zur saisonalen Schulreinigung nach Deutschland. Ich sah darin eine Gelegenheit, das Leben in Deutschland kennenzulernen und etwas Geld zu verdienen. Es war eine denkbar schlechte Erfahrung, zugleich aber auch eine Chance, in Deutschland zu bleiben.


Anderthalb Monate lang reinigten wir Schulen ohne geregelte Arbeitszeiten und ohne festes Monatsgehalt. Für den gesamten Zeitraum erhielten wir 800 Euro pro Person. Das wurde uns erst am letzten Tag mitgeteilt, am Tag der Auszahlung – natürlich in bar. Nein, es war keine Schwarzarbeit. Wir waren angemeldet, allerdings nur in Teilzeit, obwohl wir manchmal bis zu 15 Stunden täglich arbeiteten.



Auch das nahm ich hin. Ich sagte mir: „Das war der Preis für meine Chance, nach Deutschland zu kommen.“



Wir kehrten nach Kroatien zurück, und das neue Schuljahr begann. Ich erteilte meiner Mutter alle notwendigen Vollmachten, da meine Tochter damals noch gesundheitliche Probleme hatte. Am letzten Tag vor meiner Abreise nach Deutschland unternahm ich eine Wallfahrt nach Marija Bistrica und bat die Muttergottes, meine Kinder zu beschützen und mir den Weg zu zeigen.


In Deutschland arbeitete ich noch anderthalb Jahre bei demselben Arbeitgeber, bis ich genug Deutsch gelernt hatte, um allein zurechtzukommen. Inzwischen war ich zur Gruppenleiterin aufgestiegen. Dadurch hatte ich Gelegenheit, mich mit Bauleitern auszutauschen. Sie sahen, was in dieser Firma vor sich ging, und gaben mir Hinweise, wie ich beruflich weiterkommen konnte. In dieser Zeit lernte ich auch meinen heutigen Partner kennen.


Zu Weihnachten 2019 kündigte ich schließlich. Für die Zeit nach den Neujahrsfeiertagen war mir bereits eine Stelle am Flughafen zugesagt worden. Weihnachten verging, Neujahr ebenfalls, dann eine Woche, zwei … Niemand meldete sich mehr bei mir. Ich musste meine Miete bezahlen, von etwas leben und Geld nach Hause schicken, doch ich hatte keine Arbeit.


Irgendwo entdeckte ich eine Arbeitsvermittlungsagentur, ging hinein und lernte Herrn Topić kennen. Er war etwa sechzig Jahre alt und vermittelte mir eine Stelle in einem deutschen Unternehmen. Als ich dort anfing, hatte ich ein klares Ziel: meine Kinder nach Deutschland zu holen und eine Immobilie zu kaufen.

Ich lernte, gab mein Bestes und wurde bald stellvertretende Teamleiterin. Meine Tochter zog noch im selben Sommer zu mir. Mein Sohn blieb in Kroatien, weil er gerade seinen Schulabschluss machte. Neben meiner regulären Arbeit hatte ich auch einen Minijob. Sobald ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhielt, kauften wir eine Wohnung.


Vier Monate nach dem Wohnungskauf hatte ich einen Arbeitsunfall. Ich stürzte und brach mir den Arm am Ellenbogen. Nicht umsonst sagt man, dass jedes Unglück auch etwas Gutes mit sich bringt. Während meiner Genesung hatte ich Zeit, darüber nachzudenken, wie es weitergehen sollte. Denn die Arbeit, die ich bis dahin gemacht hatte, wollte ich nicht mehr fortsetzen.



An Silvester machte ich mich schick, obwohl wir zu Hause blieben, öffnete meinen Laptop und meldete mein Reinigungsgewerbe an. Niemand wusste, was ich gerade tat. Als ich fertig war und das Formular abgeschickt hatte, drehte ich mich zu meiner Familie um und sagte: „Ich habe ein Gewerbe angemeldet.“ Alle sahen mich ungläubig an.


Im Februar kehrte ich an meinen Arbeitsplatz zurück und begann gleichzeitig, meine ersten eigenen Kunden zu suchen. Obwohl mein Arm noch nicht vollständig verheilt war, ließ ich mich nicht von meinem Vorhaben abhalten. Ich arbeitete weiterhin Vollzeit im Unternehmen, hatte zusätzlich einen Minijob und betreute daneben bereits meine ersten Kunden.


Nach einigen Monaten kündigte ich und machte mich vollständig selbstständig. Meine ersten Kunden waren Privathaushalte. Anfangs übernahm ich für wenig Geld alle anfallenden Arbeiten. Die Zahl meiner Kunden wuchs schnell, und nach weniger als einem Jahr hatte ich bereits Mitarbeiter und die ersten größeren Aufträge.


Ich übernahm alles: die Reinigung nach Bauarbeiten, die Reinigung von Logistikzentren im Bau sowie von Hallen, Parkplätzen, Glasflächen und Metallfassaden. Alles, was sich reinigen ließ, erledigte ich gemeinsam mit meinen fünf Mitarbeitern.

Jeder unserer Aufträge wurde in höchster Qualität ausgeführt, denn häufig kontrollierte ich noch einmal alles, nachdem die Mitarbeiter nach Hause gegangen waren. Oft kam ich auch am Wochenende allein auf die Baustelle und reinigte den ganzen Tag, damit alles rechtzeitig fertig wurde.


Als ich erkannte, dass ich als Subunternehmerin nicht mehr verdiente, als wenn ich selbst die laufende Reinigung von Objekten übernahm, beendete ich die Zusammenarbeit mit dieser Firma und trennte mich auch von einigen Mitarbeitern. Wir konzentrierten uns fortan mit einem kleineren Team auf weniger aufwendige Aufträge.


Es gab Höhen und Tiefen, gute und weniger gute Mitarbeiter und auch Tage, an denen ich dachte, ich würde alles aufgeben und mir wieder eine Anstellung suchen. Aber es war eben nur ein schlechter Tag …

Heute betreuen wir keine Privathaushalte mehr – mit Ausnahme von drei Kunden, die uns seit unseren Anfängen begleiten. Zu unseren Kunden gehören heute die Stadt Rodgau, Autohäuser, Labore und Büros.



Ich habe gerade ein neues Unternehmen gegründet, mit dem wir unser Angebot erweitern. Neben der Reinigung von Gewerbeobjekten aller Art bieten wir auch Objektbetreuung und Kontrollgänge, Winterdienst und Grünflächenpflege an.


In Kürze kommen der Verkauf von Reinigungsmitteln, Reinigungszubehör und Reinigungsmaschinen sowie die Vermietung von Reinigungsgeräten und -maschinen hinzu.


Auf meinem Weg gab es viele Höhen und Tiefen, aber auch schöne Erfahrungen.



Die größte Unterstützung erhielt ich vom Netzwerk „Poduzetnice u Njemačkoj“ – Unternehmerinnen in Deutschland. Wenn ich manchmal seelisch an einem Tiefpunkt war, genügte ein einziges Telefongespräch, um wieder zu mir selbst zu finden. Es erinnerte mich daran, dass nichts unmöglich ist und ich alles erreichen kann, was ich mir vornehme.


Auf diesem Weg möchte ich allen Frauen Mut machen: Traut euch, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Es ist ein Weg, der euren Blick auf das Leben verändern wird und auf dem ihr viele interessante Menschen kennenlernen werdet. Schließt euch dem Netzwerk „Poduzetnice u Njemačkoj“ an, tauscht euch aus und vernetzt euch, damit wir gemeinsam wachsen können.


Derzeit bin ich im Raum Rodgau tätig. Größere Aufträge übernehmen wir auch in einem Umkreis von bis zu 150 Kilometern.

Ich lade alle Frauen, die sich ebenfalls in dieser Branche selbstständig gemacht haben, herzlich ein, sich bei mir zu melden. Lasst uns einander kennenlernen, Informationen und Erfahrungen austauschen und zusammenarbeiten.


Ebenso lade ich alle ein, die ein Unternehmen suchen, das ihre Objekte zuverlässig und makellos betreut – von der Bauphase bis zur regelmäßigen Reinigung.



Sie erreichen mich per E-Mail unter kontakt@mavian-facility.de oder telefonisch unter 0170 4343486.



KONTAKT

Andrea Opačak

Mavian FacilityPRO Germany UG

Telefon: 0170 4343486

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