ZADA TOMIĆ: Wenn der Beruf zur Lebensmission wird

Ich kam mit zwei Koffern und großen Träumen aus Bosnien und Herzegowina nach Deutschland.
Heute verbinde ich im Tomic Sport & Beauty Lab Sport, Schönheit und Gesundheit – in der Überzeugung, dass die größten Veränderungen dann beginnen, wenn ein Mensch sich entscheidet, den ersten Schritt zu machen.
Mein Name ist Zada Tomić. Ich habe einen Masterabschluss in Sportwissenschaften und bin Inhaberin des Studios Tomic Sport & Beauty Lab in Westerburg in Rheinland-Pfalz. Gemeinsam mit meinem Mann Zoran habe ich einen Ort geschaffen, an dem Gesundheit, Schönheit und Gemeinschaft zusammenkommen. Obwohl unser Studio heute für Sport, Schönheit und Weiterbildung bekannt ist, steckt dahinter eine viel tiefere Geschichte: eine Geschichte über Mut, Neuanfänge und den Glauben daran, dass man sich mit Arbeit und Ausdauer das Leben aufbauen kann, von dem man träumt.
Mein Mann und ich kommen aus Tuzla. Diese Stadt wird immer ein Teil von uns bleiben und ein Ort sein, an den wir gerne zurückkehren. Doch ein ernstes Problem brachte uns dazu, über einen Wegzug nachzudenken. Die Luftverschmutzung in Tuzla hat seit Jahren schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung. Meiner Meinung nach wird darüber noch immer zu wenig gesprochen.
Schon damals wussten wir, dass wir eines Tages eine Familie gründen wollten. Wir konnten uns nicht vorstellen, unsere Kinder in einem solchen Umfeld aufwachsen zu lassen. Die Sorge um ihre Gesundheit war der wichtigste Grund für unsere Entscheidung, unser Leben in Deutschland fortzusetzen.
Wir kamen als Studierende nach Deutschland. Wenn ich heute zurückblicke, sage ich oft, dass wir mit zwei Koffern und großen Träumen ankamen. In Westerburg kannten wir absolut niemanden. Wir hatten weder Familie noch Freunde oder jemanden, der uns hätte helfen können, wenn es schwierig wurde. Alles, was wir heute haben, haben wir uns von Grund auf aufgebaut – Schritt für Schritt.
Das ist vielleicht eine der größten Herausforderungen des Lebens im Ausland, über die selten gesprochen wird. Unsere Familie blieb in Bosnien und Herzegowina. Wir sind dankbar, dass wir heute durch Videoanrufe fast täglich mit unseren Eltern und den Menschen, die uns nahestehen, in Kontakt bleiben können. Doch Technik kann ihre Nähe niemals ersetzen.
Besonders wenn man selbst Kinder bekommt, merkt man, wie viel es bedeutet, jemanden zu haben, der einspringen kann: wenn die Kinder krank sind, die Kita plötzlich schließt oder man einfach ein paar Stunden Unterstützung braucht. Gerade deshalb haben wir gelernt, wie wichtig es ist, sich dort, wo man lebt, eine eigene kleine Gemeinschaft aufzubauen, und wie viel die Unterstützung der Menschen um uns herum bedeuten kann.
Vom ersten Tag an war es uns wichtig zu arbeiten. Wir sprachen kein Deutsch und waren überzeugt, die Sprache am besten im täglichen Kontakt mit Menschen lernen zu können. Deshalb war unsere erste Arbeitsstelle in einer Bäckerei. Vielleicht hatte sie nichts mit unserem Fachgebiet zu tun, aber sehr viel mit unserer Zukunft. Jedes Gespräch war eine neue Lektion, jeder Kunde brachte ein neues Wort und jeder Arbeitstag einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Integration.
Obwohl ich damals in einem ganz anderen Bereich arbeitete, bestand mein Wunsch nach Selbstständigkeit schon viel länger. Ich hatte immer das Bedürfnis, etwas Eigenes zu schaffen. Ich wollte nicht nur Unternehmerin sein, um meine eigene Chefin zu sein. Ich wollte die Freiheit haben, meine Ideen umzusetzen, sobald sie entstehen.
Ich glaube, dass keine Idee umsonst ist. Manche gelingen, andere nicht, aber aus jeder lernen wir etwas Wertvolles.
2018 bekam ich die Gelegenheit, in einem örtlichen Fitnessstudio in Westerburg zu arbeiten. Das war der Moment, in dem ich, wie ich gerne sage, ins kalte Wasser sprang. Ich lernte erst seit einem Jahr Deutsch und leitete bereits Les-Mills-Gruppenkurse auf Deutsch.
Ehrlich gesagt hatte ich Angst. Doch genau damals verstand ich, dass man am meisten wächst, wenn man seine Komfortzone verlässt.
Die Inhaber des Fitnessstudios achteten nicht nur auf meine Sprachkenntnisse. Sie erkannten unsere Lernbereitschaft, unsere Arbeitsmoral und unseren aufrichtigen Wunsch, voranzukommen. Sie gaben mir eine Chance, die ich nie vergessen werde.

Mit der Zeit übernahm ich fast das gesamte Trainingsangebot des Studios: von Gruppenkursen über Personal Training bis hin zum EMS-Training. Diese Erfahrung war die beste Schule für mich. Ich lernte die Sprache, knüpfte neue Kontakte, lernte die Mentalität der Menschen kennen und gewann nach und nach das Vertrauen meiner Kunden. Heute kann ich sagen, dass mich genau diese Zeit auf meine Selbstständigkeit vorbereitet hat, auch wenn mir das damals vielleicht noch nicht bewusst war.
Meinen ersten Schritt in die Selbstständigkeit machte ich mit der Anmeldung eines Nebengewerbes. Ich wollte herausfinden, ob meine Arbeitsweise ihren Platz auf dem Markt hatte. Als ich sah, dass die Menschen die Qualität meiner Arbeit erkannten und mir ihr Vertrauen schenkten, wusste ich, dass es Zeit für den nächsten Schritt war. So entstand Tomic Sport & Beauty Lab.
Unser Studio ist mehr als ein Ort, an dem Menschen trainieren oder eine kosmetische Behandlung erhalten. Es ist ein Ort, an dem Kinder durch Kampfsport Disziplin, Respekt und Selbstvertrauen entwickeln. Ein Ort, an dem Frauen durch Fitness und Selbstverteidigung ihre Stärke wiederentdecken. Ein Ort, an dem wir die natürliche Schönheit pflegen, vor allem aber das Gefühl stärken, dass jeder Mensch genau so wertvoll ist, wie er ist.
Ich glaube, dass man sich erst dann wirklich schön fühlen kann, wenn man gesund ist, Selbstvertrauen hat und von Menschen umgeben ist, die einen unterstützen. Deshalb lautet unser Motto:
„Dort, wo Gesundheit und Schönheit sich begegnen.“
Besonders stolz bin ich darauf, dass unsere Arbeit nicht an den Wänden unseres Studios endet. Wir beteiligen uns an Hilfsprojekten, organisieren Workshops in Schulen, setzen uns für eine gesunde Lebensweise ein und möchten ein aktiver Teil der Gemeinschaft sein, die uns die Chance auf einen Neuanfang gegeben hat.
Ein Projekt, das mir besonders ans Herz gewachsen ist, ist unsere Kampagne „Real Beauty – Save Your Brows“. Sie entstand aus dem Wunsch, Frauen natürliche Schönheit näherzubringen und ihnen zu zeigen, dass Trends niemals wichtiger sein sollten als Gesundheit und Authentizität.
In nächster Zeit möchten wir diese Kampagne durch Schulungen, Vorträge und verschiedene Kooperationen weiter ausbauen. Darüber werden wir regelmäßig auf unseren Social-Media-Kanälen informieren, denn wir sind überzeugt, damit noch viel mehr Frauen und Mädchen erreichen zu können.
Obwohl sich unser Studio in Westerburg befindet, sind Grenzen heute kein Hindernis mehr. Durch individuelles Online-Training, personalisierte Ernährungspläne und Augenbrauenschulungen für Beauty-Fachkräfte arbeiten wir mit Menschen aus verschiedenen Städten und Ländern zusammen.
Wir sind offen für Kooperationen mit Einzelpersonen, Schulen, Salons, Unternehmen und allen Partnern, die unsere Werte teilen. Wir glauben, dass die besten Ideen entstehen, wenn Menschen miteinander in Verbindung kommen.
Oft werde ich gefragt, ob es den richtigen Zeitpunkt gibt, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es ihn gibt. Auf die Selbstständigkeit kann man sich niemals zu hundert Prozent vorbereiten. Es wird immer etwas geben, das man noch nicht weiß, eine Situation, die einen überrascht, oder eine Herausforderung, die man nicht vorhersehen konnte.
Deshalb halte ich es für viel wichtiger, den ersten Schritt zu machen, als endlos darauf zu warten, vollkommen bereit zu sein. Den größten Teil unseres Wissens gewinnen wir erst durch Erfahrung.
Natürlich sollte man die Selbstständigkeit nicht romantisieren. Sie bringt Verantwortung, Unsicherheit und viele Entbehrungen mit sich. Gleichzeitig glaube ich, dass jedes Leben seine Herausforderungen hat, unabhängig davon, ob wir für uns selbst oder für jemand anderen arbeiten. Der Unterschied besteht darin, dass in der Selbstständigkeit jede Herausforderung zu einer neuen Chance werden kann, wenn wir bereit sind, daraus zu lernen.
Das wurde mir vor einigen Monaten besonders bewusst, als ich zum zweiten Mal Mutter wurde. Es mag ungewöhnlich klingen, aber gerade das Stillen hat mich dazu inspiriert, anders über meine Arbeit nachzudenken.
Jeden Tag wiederholt man dieselben kleinen Schritte mit einem klaren Ziel. Die Ergebnisse kommen nicht über Nacht, aber man kann sie beobachten. Das Baby entwickelt sich, wächst und ist zufrieden. Im Geschäftsleben ist es genauso. Kleine, konsequente Handlungen, die wir täglich wiederholen, führen zu großen Ergebnissen. Nicht alles muss kompliziert sein. Gerade Einfachheit und Beständigkeit sind oft das größte Erfolgsgeheimnis.
Wenn ich heute mit meinem früheren Ich am Anfang der Selbstständigkeit sprechen könnte, würde ich ihm sagen:
„Warte nicht darauf, bereit zu sein. Etwas aufzubauen muss weder perfekt noch kompliziert sein. Fang einfach an. Alles andere lernst du unterwegs.“
Heute bin ich am stolzesten, wenn ich ein Kind sehe, das durch das Training selbstbewusster geworden ist, eine Frau, die nach einer Behandlung oder einem Training ihr Lächeln wiedergefunden hat, oder eine Familie, die gemeinsam Zeit in unserem Studio verbringt. Dann weiß ich, dass unsere Arbeit einen Sinn hat.
Mein größter Wunsch ist nicht, dass Tomic Sport & Beauty Lab das größte Studio wird. Ich möchte, dass es ein Ort ist, an den sich die Menschen wegen des Gefühls erinnern, das sie beim Hinausgehen mitnehmen: sich gesehen, gehört und ermutigt zu fühlen und daran zu glauben, die beste Version ihrer selbst werden zu können.
Denn ich glaube, dass Gesundheit, Schönheit und Gemeinschaft dann am wertvollsten sind, wenn wir sie mit anderen teilen. Tomic Sport & Beauty Lab ist nicht nur unsere Arbeit. Es ist unsere Lebensmission.
KONTAKT
Zada Tomić
Ort: Westerburg
Tomic Sport and Beauty
StudioStadionstr. 1,
56457 Westerburg
Telefon: 015111731738
Website: www.tomic-sport-beauty.de
E-Mail: tomic.sportandbeauty@gmail.com
Instagram: tomic_sport_and_beautylab
Instagram: fightclub_westerburg




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