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KRISTINA ANĐELKOVIĆ: Schritt für Schritt. Lauf nicht zu schnell, damit du nicht stolperst und hinfällst.

21. Sept.
7 Min. Lesezeit

Stell dich uns vor und erzähle uns ein wenig mehr über dich.


Mein Name ist Kristina Anđelković und ich bin Inhaberin des Reinigungsservices Tinka Clean in München. Tinka Clean gibt es seit sechs Jahren. In dieser Zeit habe ich mich sowohl unternehmerisch als auch persönlich stark weiterentwickelt.


Bevor ich nach Deutschland kam, arbeitete ich in Kroatien als Gebärdensprachdolmetscherin.


Dieser Beruf hat mir viel im Umgang mit Menschen, in Sachen Verantwortung, Kommunikation und Organisation mitgegeben, wurde jedoch sehr schlecht bezahlt. Irgendwann beschloss ich, etwas Eigenes aufzubauen.

Als ich nach Deutschland kam, fing ich praktisch bei null an. Meine erste Stelle war in der Hotelreinigung. Genau diese Erfahrung brachte mich dazu, eigene Kunden zu suchen und mir etwas Eigenes aufzubauen.

Heute besteht meine Arbeit neben der praktischen Reinigung vor allem aus Organisation, Kommunikation mit Kunden und Mitarbeitenden, Verwaltung und der Leitung des gesamten Betriebs.



Was machst du und worauf ist dein Unternehmen spezialisiert?


Tinka Clean ist ein Reinigungsservice. Wir reinigen Wohnungen, Häuser, Büros und Geschäftsräume, Treppenhäuser, Fenster und sämtliche Glasflächen. Darüber hinaus bieten wir Grundreinigungen, Reinigungen nach Renovierungen sowie vor dem Einzug und nach dem Auszug an. Auch die intensive Bodenreinigung und die Polsterreinigung gehören zu unseren Leistungen.


Unser Angebot richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Geschäftskunden. Wir arbeiten in Wohnungen und Häusern ebenso wie in Büros, Geschäftsräumen und Gebäuden. Unser Einsatzgebiet ist München und Umgebung.


Im Arbeitsalltag spreche ich überwiegend Deutsch und Englisch. Deutsch war anfangs eine meiner größten Herausforderungen. Gerade durch die Arbeit und den täglichen Austausch mit Kunden habe ich jedoch viel gelernt.



Wie hat deine Geschichte als Unternehmerin begonnen?


Meine Geschichte als Unternehmerin begann eigentlich mit dem Wunsch, nicht länger für wenig Geld zu arbeiten und selbst über meine Arbeit und meine Zukunft zu entscheiden. In Kroatien war ich als Gebärdensprachdolmetscherin tätig. Nachdem ich mich kurzfristig entschieden hatte, mein Arbeitsverhältnis zu beenden, beschloss ich, nach Deutschland zu kommen.


Ich kam nicht mit einem großen Geschäftsplan, sondern auf der Suche nach einer neuen Chance. Meine erste Arbeit in Deutschland war die Reinigung in einem Hotel. Man arbeitete viel für wenig Geld, und ich merkte schnell, dass ich nicht wieder in denselben Kreislauf geraten wollte.


Ich begann, eigene Kunden zu suchen. Ich wollte für mich selbst arbeiten, selbst bestimmen können, wie viel und wie ich arbeite, und wissen, dass ich mit meinem Einsatz unmittelbar etwas Eigenes aufbaue.


Meine ersten Kunden fand ich über Anzeigen und Bekannte. Später entdeckte ich auch eine Plattform, über die ich Aufträge erhielt. Die ersten drei Monate arbeitete ich allein. Im September desselben Jahres stellte ich meine erste Mitarbeiterin ein. Damals wurde mir allmählich bewusst, dass ich mir nicht nur meinen eigenen Arbeitsplatz schuf, sondern etwas aufbaute, aus dem ein richtiges Unternehmen werden konnte.


Ein besonders wichtiger Moment war der Beginn der Pandemie. Als Ende Februar alles zum Stillstand kam, musste ich schnell eine Lösung finden. Bereits im Juni desselben Jahres meldete ich mein Gewerbe an und beschloss, den Aufbau meines eigenen Unternehmens ernsthaft anzugehen.



Wie hat sich dein Unternehmen von den Anfängen bis heute entwickelt?


Aus einer einzelnen Person mit einigen wenigen Kunden entwickelte sich nach und nach ein organisierter Betrieb mit Mitarbeitenden und einem vielfältigen Leistungsangebot.


Anfangs machte ich fast alles selbst. Heute möchte ich zunehmend diejenige sein, die den Betrieb organisiert und führt, und nicht mehr jeden Teil der Arbeit selbst körperlich erledigen müssen.


Zu Beginn dachte ich, ich müsste alles verstehen: Preise, Steuern, Versicherungen, Mitarbeitende, Kunden und das gesamte System. Heute weiß ich, dass man alles Schritt für Schritt lernen kann. Man muss nicht rennen. Man sollte schnell genug vorankommen, um Fortschritte zu machen, aber nicht so schnell, dass man stolpert und hinfällt.



Was genau bietest du deinen Kunden an?


Wir bieten verschiedene Reinigungsleistungen an: von der regelmäßigen Reinigung von Wohnungen, Häusern, Büros und Geschäftsräumen über Grundreinigungen bis hin zu Reinigungen nach Renovierungen sowie vor dem Einzug und nach dem Auszug.


Außerdem reinigen wir Treppenhäuser, Fenster und Glasflächen und übernehmen die intensive Bodenreinigung sowie die Polsterreinigung.



Welches Problem löst du mit deiner Arbeit und wie sieht die Zusammenarbeit mit dir aus?


In erster Linie erleichtern wir den Menschen ihren Alltag. Reinigung kostet Zeit und ist körperlich anstrengend. Wir möchten unseren Kunden ermöglichen, diese Aufgabe an uns abzugeben und dafür gründlich und professionell gereinigte Räume zu erhalten.


Am wichtigsten ist mir in der Zusammenarbeit eine gute Kommunikation. Zunächst möchte ich verstehen, was der Kunde braucht, und realistisch einschätzen, ob wir den Auftrag in der gewünschten Qualität ausführen können.

Ich nehme keinen Auftrag an, wenn ich nicht sicher bin, dass wir ihn ordentlich erledigen können. Lieber lehne ich etwas ab, als etwas zu versprechen, das wir nicht leisten können.


Für mich zählt, dass wir unsere Zusagen tatsächlich einhalten. Der Kunde bezahlt für eine Dienstleistung und erwartet dafür Qualität. Deshalb ist es mir wichtig, realistisch, verantwortungsbewusst und professionell zu handeln.



Was schätzen deine Kunden besonders an dir?


Ich glaube, sie schätzen unsere Zuverlässigkeit und das Wissen, dass sie auf uns zählen können. Besonders stolz bin ich auf die Kunden, die Tinka Clean von Anfang an begleiten.


Das sind nicht wenige. Gerade diese langjährige Zusammenarbeit zeigt mir, dass man Vertrauen aufbauen und bewahren kann.

Ich möchte, dass unsere Kunden Vertrauen und Professionalität erleben. Sie sollen wissen, dass unsere Absprachen gelten und sie sich auf uns verlassen können.



Wie hast du die Gründung und den Aufbau deines Unternehmens in Deutschland erlebt?


Es war herausfordernd, besonders weil ich ohne betriebswirtschaftliche Kenntnisse und ohne Erfahrung in der Reinigung nach Deutschland kam. Die Sprache war definitiv eine der größten Hürden.


Außerdem musste ich das deutsche Steuer- und Unternehmenssystem verstehen, lernen, meine Leistungen richtig zu kalkulieren, und mich mit der Haftung für mögliche Schäden, Versicherungen und der Organisation von Mitarbeitenden auseinandersetzen.


Eine der schwierigeren Aufgaben war es, Einnahmen, Ausgaben und Gewinn richtig zu verstehen. Niemand wollte mir seinen Stundensatz verraten. Es wäre leichter gewesen, wenn daraus kein so großes Geheimnis gemacht worden wäre! Heute teile ich meinen Stundensatz gerne mit allen, die in diese Branche einsteigen.


Ich habe selbst ausführlich gerechnet und meine Berechnungen aufgeschrieben, um zu verstehen, wie viel an den Staat geht und ob sich die Arbeit für mich tatsächlich lohnt. Dabei habe ich viel Papier und viele Kugelschreiber verbraucht, bis ich das System verstanden hatte.


Ich habe gelernt, dass es nicht reicht, seine Arbeit gut zu machen. Wer ein eigenes Unternehmen führen möchte, muss auch alles verstehen, was dahintersteckt. Ich habe viel über Organisation, Kommunikation, Finanzen, Mitarbeitende, Verantwortung und Verwaltung gelernt. Vor allem aber habe ich gelernt, dass man sich anpassen und viel mehr lernen kann, als man sich zunächst zutraut.



Was motiviert dich besonders und was liebst du an deiner Arbeit?


Mich motiviert, dass ich aus eigener Kraft etwas aufgebaut habe, das seit sechs Jahren besteht. Mich motiviert auch die Möglichkeit, das Unternehmen weiterzuentwickeln und eines Tages mehr finanzielle Freiheit und mehr Zeit für mich selbst zu haben.


Ich kann nicht sagen, dass Putzen meine Leidenschaft ist. Es ist körperlich harte Arbeit. Was ich liebe, ist das, was ich mir dadurch aufgebaut habe: Selbstständigkeit, Erfahrung, Entwicklungsmöglichkeiten und die Tatsache, dass ich heute viel umfassender über mein Unternehmen nachdenken kann als am Anfang.


Die Werte unseres Unternehmens sind Ehrlichkeit, Verantwortung, Professionalität und Respekt. Das gilt gegenüber Kunden genauso wie gegenüber Mitarbeitenden. Ich möchte kein Arbeitsverhältnis, in dem nur zählt, wie viel Leistung man aus jemandem herausholen kann. Wer seine Arbeit gewissenhaft erledigt, sollte dafür auch fair entlohnt werden.



Was hast du durch das Unternehmertum über dich selbst gelernt und worauf bist du stolz?


Am meisten bin ich stolz darauf, dass Tinka Clean seit sechs Jahren besteht und Inflation, Krisen und unterschiedliche Veränderungen überstanden hat. Ich bin stolz auf die Kunden, die von Anfang an bei mir geblieben sind, darauf, dass ich die Sprachbarriere überwunden habe, und darauf, dass ich mich mit dem deutschen Steuer- und Unternehmenssystem vertraut gemacht habe.

Vor allem aber bin ich stolz auf mich selbst, weil ich in diesen sechs Jahren sehr viele Hindernisse überwunden habe.


Durch das Unternehmertum habe ich gelernt, dass ich viel mehr kann, als ich dachte. Ich habe auch gelernt, dass ich nicht alles sofort erledigen muss. Ich kann Schritt für Schritt lernen, ein Problem nach dem anderen lösen und dabei etwas Eigenes aufbauen.



Was bedeutet es für dich, Unternehmerin in Deutschland zu sein?


Für mich bedeutet es, bereit zu sein, zu lernen und sich anzupassen – besonders, wenn man aus einem anderen Land kommt und sich in einem völlig neuen System etwas aufbauen muss. Das ist nicht immer einfach. Gerade deshalb ist das Gefühl, etwas geschafft zu haben, umso wertvoller.


Der Austausch mit anderen Unternehmerinnen bedeutet mir sehr viel. Ich glaube, jede Frau hat Erfahrungen, aus denen eine andere etwas lernen kann. Manchmal braucht man niemanden, der das eigene Problem löst, sondern einfach jemanden, der sagt: „Das habe ich auch erlebt.“


Es ist wichtig, dass Frauen sich gegenseitig unterstützen. Wir müssen nicht alles allein lernen, und nicht jede Frau muss dieselben Fehler machen. Wenn wir unsere Erfahrungen teilen, können wir einer anderen Frau den Weg erleichtern und ihr Mut machen, den ersten Schritt zu gehen.



Was möchtest du besonders hervorheben?


Ich wünsche mir, dass eine Frau, die mein Interview liest, nicht denkt: „Kristina hatte den Mut dazu, aber ich nicht.“ Stattdessen soll sie denken: „Ich kann anfangen. Ich muss nur nicht alles heute lösen.“


Wenn du eine Idee hast, aber Angst davor, dann beginne mit dem, was dir am wenigsten Angst macht. Versuche nicht, alle Hindernisse auf einmal zu überwinden.


Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass man vieles unterwegs lernen kann. Am Anfang wusste ich nicht, wie man professionell reinigt. Ich kannte das deutsche Unternehmenssystem nicht und wusste auch nicht, wie viel tatsächlich hinter einem eigenen Unternehmen steckt. Ich habe Schritt für Schritt gelernt.


Ich glaube, dass eine gute Idee immer eine Chance hat, denn der Markt ist riesig. Der erste Schritt ist meiner Meinung nach die Sprache: mindestens auf B1-Niveau, ergänzt durch den Wortschatz der Branche, in der man arbeiten möchte. Danach sollte man sich mit dem deutschen System, den Regeln und den geschäftlichen Abläufen vertraut machen.


Du musst nicht sofort alles wissen. Du musst nicht alles an einem Tag schaffen. Schritt für Schritt. Lauf nicht zu schnell, damit du nicht stolperst und hinfällst. Das ist vielleicht die treffendste Beschreibung meines bisherigen Weges als Unternehmerin.



KONTAKT

Kristina Anđelković

Tinka Clean

Albert-Roßhaupter-Straße 3b, 81369 München

Mobil: 0176 46297086

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